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SSV Schrobenhausen – Herren I 39:38

Die Herren I der Handball-Füchse Scheyern haben das vorletzte Spiel der Hauptrunde beim SSV Schrobenhausen mit 38:39 (16:20) verloren. In einem intensiven Spiel erreichten die Füchse in der Defensive zu selten ihr bestes Niveau, die tabellarisch kaum relevante Niederlage schmerzte die Scheyerer dennoch.

Die Scheyerer Füchse wollten gegen Schrobenhausen den Derbysieg einfahren. Gegen Schrobenhausen gab es der Vergangenheit viele knappe Spiele, wesentlich häufiger gewann der SSV. Tabellarisch hatte die Partie für Scheyern tatsächlich gar nicht so viel Relevanz. Den Klassenerhalt hatte man schon vor der Partie; zudem war die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die Entscheidung, ob die Füchse vielleicht sogar die Aufstiegs-Relegation erreichen, am letzten Hauptrunden-Spieltag gegen Freising-Neufahrn II fallen würde (so kam es dann auch wegen des Sieges von Freising-Neufahrn gegen Gaimersheim im Parallel-Spiel). Letztendlich war schon vor dem Spiel klar: Obwohl sich der SSV vor der Saison mit einem Spieler aus der Bayernliga verstärkt hat, kann Schrobenhausen in der Hauptrunden-Tabelle nicht mehr an Scheyern vorbeiziehen. Die Füchse waren trotzdem sehr motiviert, das Derby zu gewinnen.

Das Team von HFS-Trainer Dieter Auernhammer hatte aber ein Kernproblem: In der ersten Halbzeit erreichten sie ihr bestes Niveau in der Abwehr zu selten. Schrobenhausen kam immer wieder zum Torerfolg und lag ab der zehnten Minute bis zum Pausenpfiff in Führung. Scheyern fehlte zu häufig die Konsequenz im Zweikampfverhalten, dass Patrick Heimbach einen Großteil des ersten Durchgangs wegen einer Blessur fehlte, half auch nicht. Trotzdem hielten die Gäste dagegen. Beim Stand von 20:16 für die Gastgeber wurden die Seiten gewechselt. Kurz vor dem Pausenpfiff erhielt Schrobenhausens Nummer 13 wegen Meckerns eine Zeitstrafe – und naja, das war ein Vorgeschmack auf Halbzeit zwei.

Denn die zweite Halbzeit war ziemlich hitzig. In den ersten acht Minuten hielt Schrobenhausen den Vier-Tore-Vorsprung, doch dann schlossen die Füchse Tor um Tor auf. Die Gastgeber nahmen eine Auszeit, doch die Scheyerer erreichten in der 45. Minute den 27:27-Ausgleich und gingen eine Minute später sogar in Führung. Nun drehten die Schrobenhausener allerorten frei. Dass ein offensichtlich verwirrter und desorientierter älterer Schrobenhausener Zuschauer zur Scheyerer Bank runterkam, um diese zu beleidigen, kann noch unter der klassischen SSV-Comedy verbucht werden, die sie da immer wieder aufführen. Dass aber die Schrobenhausener Nummer 13 in Hand gestoppten fünf Sekunden erst in der Offensive einem Scheyerer Spieler einen Ellenbogenschlag in die Halsgegend versetzte und auf der Gegenseite von hinten einen sich im Sprung befindlichen Scheyerer Außenspieler per Bodycheck umstieß, erreicht dann eher grenz-justiziable Bereiche. Es gab die Blaue Karte von den Schiedsrichtern, aber wohl nur weil für derlei maximal-unsportliche Vergehen noch keine Farbe erfunden wurde.

Die Minuten vor und nach diesen Vorkommnissen waren aber im Grunde das Problem der Scheyerer. Denn obwohl Schrobenhausen wegen zahlreicher Zeitstrafen teils nur zwei Feldspieler hatte, wirklich wegziehen konnten die Füchse nicht. Scheyern ging mit 33:31 (50. Minute) und 36:34 (55. Minute) in Führung, doch hätte man hier mehr Treffer erzielt oder weniger kassiert, man hätte die Partie entscheiden können. So kamen die Gastgeber wieder zurück ins Spiel. Nach einer fraglichen Zeitstrafe für Scheyern zwei Minuten vor Ende des Spiels gelang Schrobenhausen der knappe Sieg.

Die SSV-Spieler hüpfen und sprangen vor Freude über den Sieg, sie hatten ja gerade den Tabellen-Zweiten besiegt. Die Scheyerer dagegen ärgerten sich über eine vermeidbare Niederlage gegen den Tabellenvorletzten und büßten in der Tabelle auch einen Platz ein. Nun kommt es am 4. März zum entscheidenden Spiel um den Einzug in die Aufstiegs-Playoffs und die Frage, ob die Scheyerer aus einer guten und erfolgreichen Saison eine Traum-Spielzeit machen. Wenn das Team diesen Kampfgeist noch einmal auf die Platte bringt, dann kann man gegen die favorisierte HSG ein äußerst unangenehmer Gegner werden.

Kader: Robin Gerlsbeck, Felix Nappenbach, Emmeran Winter, Valentin Wang, Jan Schieschang, Tobias Falk, Christian Missy, Patrick Heimbach, Dennis Wang, Eric Wang, Janek Moll, Florian Hagl

Trainer: Dieter Auernhammer

Christian Missy

HFS-Media-Team