TSV Karlsfeld II (a.K.) – Damen 33:27

Da Karlsfeld außer Konkurrenz spielt, war für die Handball-Füchse von vornherein klar, dass man die Spielzeit nutzen wollte, um sich unter Wettbewerbsbedingungen Neues anzueignen und auszuprobieren. Der Fokus lag auf verschiedenen Abwehrsystemen, die man, unabhängig vom Spielstand, rigoros im fünfzehn-Minuten-Takt durchzog. Sehr erfreulich war dabei, dass Keeperin Karolin Kollmar nach langer Verletzungspause wieder im Scheyerer Kasten stand und Spielpraxis sammeln konnte.

Zu Beginn agierten die Scheyerer in einer 4-2-Abwehr und mussten gleich einmal einen Dämpfer einstecken. Die Karlsfelder wussten gut mit der offensiven Abwehr umzugehen und erspielten sich über schnelle Doppelpässe und Kreisanspiele im Zentrum zahlreiche freie Wurfsituationen. Durchaus gelangen den Scheyerern dennoch einige Ballgewinne, im Umschaltspiel zeigte man sich aber noch zu nervös und unkonzentriert und verwarf zahlreiche Pässe. Dies spiegelte ein deutlicher-12:5 Rückstand nach fünfzehn Minuten wider. In der geplanten Auszeit stellten die Füchse auf eine offensiv ausgerichtete 5-1-Deckung um. Diese fruchtete auch spielerisch sofort. Die Gegner wurden durch den offensiven Abwehrspieler gut unter Druck gesetzt und fanden lange keine passende Antwort. Die Scheyerer hingegen waren nun hellwach und spielten ihre Ballgewinne auch offensiv sauber zu Ende. So holte man Tor um Tor auf und machte das Spiel beim zwischenzeitlichen 13:11 nach einem 5:0-Lauf wieder spannend. Karlsfeld fand schließlich wieder zurück in die Partie und konnte den Vorsprung bis zur Pause wieder etwas erhöhen.

Mit dem Seitenwechsel stellten die Scheyerer um auf 6:0, mit dem Ziel, diese Formation verdichtet und mit offensiven Akzenten zu spielen. Dies gelang allerdings nur mäßig. Zu groß waren teilweise noch die Abstände zwischen den Spielerinnen, sodass die Gegner immer wieder den freien Weg zum Sechs-Meter, beziehungsweise einen relativ ungedeckten Kreisspieler fanden. Offensiv brachten die Scheyerer eine mittelmäßige Leistung auf den Platz, zwar konzentriert, aber ohne den letzten Biss und machten so einige Tore. Insgesamt konnte Karlsfeld den Vorsprung in dieser Phase minimal ausbauen. In der Schlussviertelstunde folgte schließlich der anstrengendste Part für die Handball-Füchse. Die Umstellung auf eine 3-2-1-Abwehr wollte man über die kompletten letzten 15 Minuten auf die Platte bringen und wusste, dass dies mit hohen Anstrengungen verbunden war. Die Wirkung der neuen Formation stellte sich sofort ein und der Karlsfelder Angriff war komplett überfordert. Die Scheyerer gewannen Ball um Ball und holten über einen 3:0-Lauf innerhalb von zwei Minuten wieder auf. In dieser Phase verpasste man es sogar, noch mehr Tore zu erzielen. Karlsfeld reagierte mit einer Auszeit und stellte die Mannschaft auf die offensive Scheyerer Deckung ein. Indem die Gastgeberinnen ihren Kreisläufer als Anspielstation im Rückraum und Initiator für die Angriffe nutzten, kam Karlsfeld wieder häufiger zum Torerfolg und zog auf zehn Tore Vorsprung davon. Hier fehlte noch das Verständnis, Anspiele des Kreisläufers auch außerhalb des eigenen Kreises zu verhindern. Trotz des hohen Rückstandes steckte Scheyern nicht auf und sorgte über einen 4:0-Lauf in den Schlussminuten für ein versöhnliches 33:27-Resultat. Damit stellten die Scheyerer eine neue Torbestmarke auf. Eines ist gewiss: Die letzte wird es nicht bleiben.

Insgesamt gibt es viel Positives aus diesem Spiel mitzunehmen. Das Ziel, sich unter Wettkampfbedingungen in neuen taktischen Ausrichtungen einzuspielen wurde erreicht. Insbesondere zeichnete die Mannschaft an diesem Tag aus, dass man in schwachen sowie guten Phasen konstruktiv als Team auftrat und das Spiel trotz des Testspielcharakters ernst nahm. Die Vorgaben wurden über die jeweiligen fünfzehn Minuten konsequent durchgezogen. Natürlich ist bei neuen Sachen einiges noch ausbaufähig. Wichtig ist aber vor allem, dass die Mannschaft heute auf der Platte gemerkt hat, wie wenig man sich vom Spiel des Gegners beeindrucken lassen muss, sondern wie gut man Spiele grundsätzlich selbst über viel Varianz kontrollieren kann.

Kader: Theresa Reil, Verena Richter, Marah Wagner, Annika Zach, Lisa Kreutmair, Verena Selmayer, Karolin Kollmar, Elena Schenkel, Kathrin Fink, Carina Heimbach

Betreuer: Emmeran Winter, Nicole Schwinn

Emmeran Winter

HFS-Social-Media-Team

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