Weibliche D – TSV Schleißheim 10:18

Am ersten Adventssonntag empfing die weibliche D-Jugend der Scheyerer Füchse in ihrem letzten Vorrundenspiel im Jahr 2019 den TSV Schleißheim. Punktuell ging es dabei für die Heimmannschaft um nichts mehr. Prestigemäßig umso mehr. Denn in den vergangenen Partien trat man größtenteils leidenschaftslos und lustlos auf und nahm den Kampf nicht an. Mit diesem Gesicht wollte man sich keineswegs aus der Liga der Vorrunde verabschieden.

Die Scheyerer freuten sich sehr, Jakira Drevs wieder im Kader zu begrüßen, die zuletzt aufgrund zeitlicher Probleme kürzer treten musste. Während Romina und Josefina Neubauer fehlten, kehrten Anna Baranowski und Theresa Wagenknecht wieder in den Kader zurück.

Im Vorfeld der Partie nahm man sich vor, ganz anders als in den Vorwochen aufzutreten. Wille zum Erfolg, Glaube an sich selbst, leidenschaftlicher Einsatz und Lust zu Spielen, sowohl vom Einzelnen als auch vom Team sollten die zentralen Botschaften sein. Bewegung ohne Ball, Fangen aus dem Laufen und das Suchen der Einzelkämpfe im Angriff sowie eine offensiv lauernde Ausrichtung in der Abwehr waren die taktischen Schwerpunkte. Scheyern erwischte einen guten Start und ging schnell in Führung. Die Mannschaft bewegte sich mehr im Angriff und trat von Anfang an kämpferisch auf. Immer wieder erspielte man sich, über eine gute Übersicht im Rückraum, aussichtsreiche Torgelegenheiten über den Kreisläufer oder eigene Durchbrüche. Allerdings hatte man noch einige Probleme, die Außenspieler in das Spiel miteinzubinden. Defensiv hingegen gelang nur wenig. Oft war man einen Schritt zu nah am Gegenspieler und agierte zu überschaubar. Die Schleißheimer taten sich leicht, die Scheyerer Abwehr zu überlaufen und kamen ebenfalls oft zu freien Torwürfen. Nach zehn Minuten beim Stand von 3:4 musste man einen 0:8 Lauf hinnehmen, der das Spiel entscheiden sollte. Ausschlaggebend dafür war insbesondere ein schwaches Umschaltverhalten nach eigenen Würfen oder Fehlpässen. Die Schleißheimer agierten in dieser Phase blitzschnell und nutzten die Fehler der Heimmannschaft eiskalt aus. Von einem kompletten Einbruch kann man allerdings nicht sprechen. Denn der Spielstand täuscht darüber hinweg, dass die Scheyerer weiterhin einen passablen Angriff spielten und kontinuierlich zu guten Chancen kamen. Am Spielverlauf änderte auch eine zwischenzeitliche Auszeit nichts.

4:13 lautete der Halbzeitstand. Ein Ergebnis, mit dem man sich trotz ansehnlicher Leistung nicht zufrieden zeigen konnte. Hatte man doch lange gut mitgehalten und vor allem offensiv überzeugt. Für den zweiten Durchgang sprach man die eigenen Schwächen noch einmal an: Langsames Rückzugsverhalten, leicht auszurechnendes Stellungsspiel in der Abwehr. Für die letzten 20 Minuten der Saison nahmen sich die Füchse vor, noch einmal alles zu investieren und glaubten trotz des hohen Rückstandes an die eigenen Stärken und die Chance, das Spiel noch drehen zu können. So zeigte die Mannschaft nach einem guten ersten Durchgang einen überragenden Einsatz in der zweiten Hälfte. Man holte sich die ersten zwei Tore und war nun voll im Spiel. Schleißheim war ebenbürtig, tat sich aber schwer gegen einen schwungvollen und ideenreichen Angriff der Jungfüchse sowie gute Antizipation und Einzelduelle in der Abwehr, schwer. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Füchse ein hohes Tempo gingen. Die Mannschaft spielte mit Herz und konzentrierte sich auf die eigenen Stärken. Dies merkte man auch auf der Tribüne, die noch aktiver am Geschehen teilnahm und der Mannschaft den Rücken stärkte. Aufholen konnte man den hohen Rückstand nicht mehr, doch die Moral stimmte und die Mannschaft zeigte nach langer Zeit einmal wieder, dass sie durchaus spielerisch starke Ansätze hat. Bezeugend für den Wandel im Scheyerer Spiel war eine Aussage von der Bank in der Schlussminute. Melissa Ruscitti traf per Siebenmeter 30 Sekunden vor Schluss zum 10:18. Sofort Applaus und Jubel von der Bank sowie der Kommentar: „Auf geht’s! Nur noch acht!“ Neben all der zu belächelnden Situationskomik kurz vor Schluss durchaus ein starkes Zeichen. Denn dieses Aussage war bezeichnend für das kollektive Auftreten und die Einstellung des Teams. Man schaute an diesem Tag nicht auf die Gegner und deren Stärken, man zweifelte nicht an sich selbst. Man konzentrierte sich hingegen auf das eigene Spiel und die eigenen Stärken. Man hatte Glauben, Willen und Vertrauen in die Mitspieler.

Für diese Leistung muss man der Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Trotz der Niederlage ist der Mannschaft ein starker Saisonabschluss gelungen und man konnte zurück in die Spur finden. Ebenso bleibt zu erwähnen, dass die hart umkämpfte Partie trotz allen Ehrgeizes sehr fair verlief. Die Schleißheimer Spieler sowie Betreuer präsentierten sich als fordernder, aber sportlicher und freundlicher Gegner. An diesem Tag zählte nur der Sport. Das hat allen Beteiligten richtig Spaß gemacht.

Mit dieser Leistung verabschieden sich die Jungfüchse vorerst in die Winterpause, ehe man sich in der Rückrunde im neuen Jahr mit einem weiterhin engagierten Auftreten die ersten Punkte holen will. Die Terminierungen für die Rückrunde stehen aber noch nicht fest. Bis dahin wünscht die weibliche D-Jugend frohe und besinnliche Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr: Allen Füchsen, den Eltern, die diesen Sport mit ihren Kindern leben und zahlreich beim Spielgeschehen sowie dem drum herum beteiligt sind, allen Verantwortlichen auf und neben dem Feld und den gegnerischen Mannschaften, die man in dieser Saison kennenlernen durfte.    

Kader: Sonja Rauch, Julia Felbermeir, Alena Schmidt, Melissa Ruscitti, Giulia Ruscitti, Theresa Wagenknecht, Melissa Greth, Jakira Drevs, Anna Baranowski

Trainer: Emmeran Winter, Tobias Falk, Tanja Ruscitti

Emmeran Winter

HFS-Social-Media-Team

 

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