Weibliche C-Jugend der Handball-Füchse Scheyern Saison 2023/24

Abschlussbericht Saison 2023/2024 der weiblichen C-Jugend

„Wenn die Mannschaft weiter zusammenbleibt und an einem Strang zieht, dann werden auch die Erfolge wieder einkehren“, hieß es zum Ende einer kräftezerrenden Saison 2022/23 im Abschlussbericht. Mit null Punkten aus zwölf Spielen, einem Torverhältnis von -198 und einem denkbar kleinen Kader mussten die Füchse nach einem nicht komplett geplanten BOL-Aufstieg viel Lehrgeld bezahlen. Die Mannschaft blieb aber zusammen und wie erhofft kam es dann auch zur Trendwende. Nicht nur kehrten in dieser Saison wieder Erfolge ein, sondern es sollte sogar die erfolgreichste Spielzeit seit der Mannschaftsgründung werden.

Da lagen sie alle nebeneinander auf dem Hallenboden. Seite an Seite stellte man sich mit einem strahlenden Lächeln dem Blitzlichtgewitter der Eltern auf der Tribüne. Aus der Musikbox tönte lautstark Queens „We are the Champions“ und genauso durfte man sich in diesem Moment auch fühlen. Denn nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld traten die Spielerinnen in dieser Saison wie echte Champions auf. Man lachte viel gemeinsam, trat als Einheit auf und lebte die Mannschaft im Freundeskreis, zeigte aber auch immer den nötigen Respekt und Sportsgeist gegenüber anderen Mannschaften und Schiedsrichtern – egal was nach dem Spiel auf der Anzeigetafel stand.

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Heimspiel gegen Pfaffenhofen

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Heimspiel gegen Pfaffenhofen

Nach Abschluss der Vorsaison mussten die Füchse den altersbedingten Abgang von Sophia Wärmann hinnehmen, die zur A-Jugend nach oben rückte. Dafür begrüßte man mit Anna-Karina Maurer, Emelie Wärmann, Selina Schreyer, Lydia Hettenkofer und Sophia Gabrysch alle Spielerinnen des Jahrgangs 2010 aus der D-Jugend neu im Kader. Da diese aber bereits zur Rückrunde der letzten Saison aufgrund der schwierigen Kadersituation regelmäßig ausgeholfen hatten, handelte es sich um keine unbekannten Gesichter und die Spielerinnen waren bereits vollständig in die Mannschaft integriert. Viel Ausgelassenheit herrschte da noch nicht. Trotz der „Neuzugänge“ blickte das Trainerteam, bei dem Tanja Ruscitti und Felix Nappenbach Florian Hagl ablösten, auf einen Gesamtkader von neun Spielerinnen und es war klar, dass auch diese Spielzeit nicht einfach werden würde. Da man in den beiden Vorsaisons jeweils in der Qualifikationsrunde aufstieg und danach einen extremen Kadereinbruch hinnehmen musste, entschieden sich die Verantwortlichen mit Blick auf den eh schon kleinen Kader in dieser Spielzeit bewusst dazu, keine Quali zu spielen, sondern in der Bezirksliga anzutreten.

Schon in der Vorbereitung zeigte sich aber, dass die, die da waren, voll mitzogen. Vergleichsweise selten fehlten Spielerinnen in den Trainings und man konnte sich konzentriert auf die neue Saison einstellen. Unter anderem absolvierte die Mannschaft gemeinsam mit einigen D-Jugendlichen ein intensives Trainingslager, in dem man neben Fitness- und Koordinationsübungen auch taktisch nachlegte und beispielsweise die 3:2:1-Deckung genauer unter die Lupe nahm. In einem Testspiel gegen die Eintracht Dachau-Karlsfeld wussten die Füchse mit einem Sieg zu überzeugen und studierten ihre neuen Abläufe unter Wettkampfbedingungen ein. Leider sollte es in der Vorbereitung bei diesem einen Testspiel bleiben, da man nach internen Umstrukturierungen den heimischen Fuchs-Cup nicht mehr für die C-Jugend austrug und die weiteren geplanten Testspiele letztlich im Sand verliefen. Umso gespannter blickte man auf die anstehende Spielzeit gegen Mannschaften, deren Spielstärke den Füchsen vollkommen unbekannt war. Noch vor Saisonbeginn beendete dann leider Lydia ihre Handballkarriere, was die Kadersituation der Mannschaft weiter verschärfte.

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Auswärtsspiel gegen Donau/Paar

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Auswärtsspiel gegen Donau/Paar

Der erste Spieltag begann dann so, wie der letzte endete – mit einem Strahlen und absoluter Freude. Im Heimspiel gegen den TSV Gaimersheim riefen die Scheyerer eine hochkonzentrierte Leistung ab. All den Ballast von der vorangegangenen Spielzeit warf man sich von der Seele und ließ den Wölfinnen keine Chance. Nach einem überragenden Auftritt siegten die Füchse am Ende mit 36:13 und leiteten die Saison somit durch einen Paukenschlag ein. Im zweiten Spiel beim MTV Ingolstadt hatten die Füchse im ersten Durchgang mit einer sehr undurchsichtigen Schiedsrichterlinie zu kämpfen und wären beinahe gestolpert. Da man die Spielweise aber nach der Halbzeit anpasste gelang am Ende trotzdem ein deutlicher 31:16-Erfolg und der perfekte Saisonstart war geglückt. Besonders erfreulich aus Füchse-Sicht – in dieser Saisonphase stiegen Julia Felbermair und Sonja Rauch wieder in das C-Jugend-Training ein – zwei etablierte Spielerinnen, die bereits zu E-Jugendzeiten Teil der Mannschaft waren. Da die beiden ihren Mannschaftskolleginnen in Sachen Trainingsfleiß in nichts nachstanden, fanden sie schnell wieder in die Spur und fügten sich nahtlos in das starke Mannschaftskollektiv ein. Neben den Füchsen gab es mit der DJK Eichstätt auch eine andere Mannschaft, die mit deutlichen Ergebnissen von Sieg zu Sieg eilte. Spätestens nach deren 31:16-Erfolg im damaligen Spitzenspiel gegen den HC Donau/Paar zeichnete sich ab, dass in dieser Saison alles auf einen Zweikampf zwischen den Füchsen und der DJK hinauslaufen sollte. Ein 38:11-Sieg gegen den SSV Schrobenhausen war die erfolgreiche Generalprobe für die Scheyerer, ehe es Ende Oktober dann in das erste direkte Kräftemessen mit den Eichstätterinnen ging. Über viel Mannschaftsgeist boten die Füchse der DJK, die insbesondere über eine individuelle Top-Spielerin zum Zug kam, vor allem über eine stabile Defensivleistung Paroli und erspielten sich im zweiten Durchgang einen sechs-Tore-Vorsprung, den die Gäste nicht mehr aufholen konnte. Am Ende hieß es 17:15 für die Füchse und spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen bewusst, dass man das Potential hatte, in dieser Saison nach dem ganz großen Erfolg zu greifen.

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Heimspiel gegen Kirchdorf

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Heimspiel gegen Kirchdorf

Nach weiteren souveränen Siegen gegen Kirchdorf (33:9) und den HC Donau/Paar (31:17) kam es am Ersten Advent zu einem weiteren Highlight-Spiel. Denn gegen den Lokalrivalen MTV Pfaffenhofen herrschte Derbystimmung und die Ränge waren gut gefüllt. Die Ilmstädterinnen lauerten über die ganze Saison auf dem dritten Platz auf ihre Chance, den Spitzenteams am Ende doch noch den Rang abzulaufen, und den Scheyerern war bewusst, dass es kein leichtes Spiel werden sollte. Mit der kompakten MTV-Defensive hatten die Füchse fast das ganze Spiel über ihre Probleme und gerieten in einer spannenden Schlussphase in Rückstand. Insbesondere hier konnten die Zuschauer aber zwei Eigenschaften beobachten, die jede Scheyerer Spielerin über die gesamte Saison auszeichneten: Selbstvertrauen und absoluten Glauben in die Mannschaft und das eigene Können. Am Ende drehte man das Spiel und wieder war es da, dieses Strahlen in den Gesichtern. Ein souveräner 33:9-Erfolg gegen Schrobenhausen und ein unnötig hitziger 25:8-Sieg gegen den TSV Gaimersheim sollten folgen, ehe es für einen Monat in die wohlverdiente Weihnachtspause ging.

Viel zu entspannen gab es da aber trotzdem nicht, denn am 20. Januar stand das allesentscheidende direkte Duell mit der DJK Eichstätt an, die es bis dato den Füchsen gleichtat und sich keinen Ausrutscher erlaubte. Die Ausgangslage war klar: Sollte man Punkte holen oder mit weniger als zwei Toren Abstand verlieren, wäre die Meisterschaft komplett in der eigenen Hand. Bei einer höheren Niederlage hingegen hätte man bei dem vergleichsweise einfachen Restprogramm der DJK die Meisterschaftsträume so gut wie begraben können. Dementsprechend trainierte man auch in der Pause konzentriert weiter, um sich bestmöglich auf das Spitzenspiel vorzubereiten. Dieses Aufeinandertreffen sollte dann ein Spiegelbild der gesamten abgeklärten Saisonleistung werden. In einer über die kompletten 50 Minuten offenen und umkämpften Partie hielt man voll dagegen und brachte vor allem die Top-Spielerin der Gastgeberinnen an den Rande der Verzweiflung. Trotz eines zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstands und damit dem möglichen Aus im Meisterschaftsrennen, zeigten die Füchse am Ende eine beeindruckende Moral, blieben unbeeindruckt und erkämpften sich sogar noch einen knappen 20:19-Sieg. Damit war der Weg zum größten Erfolg seit Bestehen der Mannschaft geebnet und diesen ließen sich die Spielerinnen auch nicht mehr nehmen. In den letzten vier Begegnungen spielte man befreit und mit absolutem Willen auf. Da brannte dann nichts mehr an. Mit einem 41:12-Sieg gegen den MTV Ingolstadt und einem 27:4-Erfolg gegen den SC Kirchdorf ließ man den beiden Teams aus dem Tabellenkeller keine Chance. Mit dem Erfolg gegen Kirchdorf war die Meisterschaft besiegelt, aber die Scheyerer ließen trotzdem nicht nach. In den letzten beiden Duellen gegen den HC Donau/Paar und den MTV Pfaffenhofen, die oben mitspielten, stellte man unter Beweis, warum man am Ende der Saison vollkommen zurecht an der Spitze stand. Bei den Schanzern siegte man, getragen von einer überragenden Torhüterleistung, 32:12. Im Derby am letzten Spieltag gelang dann nochmal ein richtiges Schmankerl in der gut gefüllten Realschulhalle. Mit einem deutlichen 36:13-Sieg schickte man den Lokalrivalen nach Hause und – dann war es endlich soweit – feierte ausgelassen und euphorisch die perfekte Meisterschaft ohne einen einzigen Punktverlust.

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Auswärtsspiel gegen Gaimersheim

Die weibliche C der Scheyerer Füchse im Auswärtsspiel gegen Gaimersheim

Am Ende kann das Trainerteam zufrieden auf eine durchweg positive Spielzeit zurückblicken. Die erwarteten Kaderprobleme waren kaum zu bemerken, und zwar nicht deswegen, weil der Kader unglaublich groß gewesen wäre, sondern weil alle zehn Spielerinnen der Mannschaft voll dabei waren und kaum Trainingseinheiten oder Spiele ausfallen ließen. Genau deswegen machte das Team in dieser Saison auch einen gewaltigen Entwicklungssprung. Zum Ende der Spielzeit steht ein homogener Kader, bei dem kein nennenswertes Leistungsgefälle herrscht. Jede einzelne Spielerin bringt gewisse individuelle Qualitäten mit, die andere nicht haben und macht die Mannschaft dadurch stärker. Durch Wechsel wurde die Mannschaft nie schlechter, sondern flexibler, weswegen jede Spielerin auch so unglaublich wichtig für das Teamgefüge ist. Das zeigt sich auch in der Statistik. Jede Feldspielerin aus der C-Jugend konnte sich in dieser Saison mit zehn oder mehr Treffern in die Torjägerliste eintragen, worüber sich das Trainerteam ganz besonders freut. Mit Selina Schreyer (127 Tore, 2. Platz) und Alena Kraus (111 Tore, 3. Platz) schafften es zwei sogar in die Top-Fünf. Nicht nur erzielte die Mannschaft offensiv mit Abstand die meisten Tore in der Liga, sondern kassierte zudem auch die wenigsten Gegentreffer. Das lag nicht nur an körperlichen Stärken. Gegen Teams wie Schrobenhausen oder Kirchdorf waren die Scheyerer durchaus klar körperlich überlegen und wussten das zu nutzen. In anderen Partien gegen Mannschaften wie Eichstätt oder Pfaffenhofen war das nicht der Fall und die Scheyerer stellten ihr spielerisches Können eindrucksvoll unter Beweis. Wer die Spiele der Füchse beobachtete, konnte feststellen, dass die Mannschaft taktisch nicht nur in der Bewegung im Defensivverbund einiges dazugelernt hat, sondern offensiv unter anderem das wohl beste Konterspiel der Liga aufbot. Denn bei Gegenstößen bewiesen die Scheyerer über die gesamte Spielzeit eine herausragende Übersicht und spielten ihre Chancen nicht eigensinnig, sondern klug aus. Den beiden 2010ern Anna-Karina Maurer und Selina gelang außerdem der Sprung in den Kader des bezirksübergreifenden Altbayern-Teams, was die Mannschaft und die Abteilung besonders freut. Ein Dank geht auch an die D-Jugendlichen Viktoria Dorschner, Johanna Eichhorn, Vanessa Prinz und Elisabeth Maurer, die die Mannschaft in einigen Spielen unterstützten.

Auf einer vereinsinternen Meisterfeier zelebrierte man die erfolgreiche Saison noch einmal gebührend, ehe es danach in die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit geht. Da schaut die Ausgangslage dann wieder ganz anders aus. Da nämlich mit Sophia Wärmann nur eine Spielerin des Jahrgangs 2008 dazukommt, wäre der Spielbetrieb der B-Jugend ohne 2010er nicht stemmbar. Dementsprechend wird man in der neuen Altersklasse wie auch in der letzten Saison wieder mit einem sehr jungen Kader antreten. Ungeachtet der damit einhergehenden körperlichen Nachteile wird die Mannschaft weiter an ihrer spielerischen Klasse feilen, um auch in der kommenden Saison wieder eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. Wenn alle weiter mitziehen, dann hat man durchaus Chance, auch in der B-Jugend wieder das ein oder andere Mal zu strahlen. Mit Theresa Eichhorn, die zuletzt ins Training eingestiegen ist, freut man sich jetzt schon über einen ersten Neuzugang.       

Kader weibliche C-Jugend Saison 2023/2024

#SpielerMannschaftPosition
2gerJosefine Neubauer weibliche C-Jugend Saison 2023/24Josefina NeubauerHF Scheyern – weibliche C-JugendKreisspieler
3gerJulia Felbermeir weibliche C-Jugend Saison 2023/24Julia FelbermeirHF Scheyern – weibliche C-Jugend
4gerSophia Gabrysch weibliche C-Jugend Saison 2023/24Sophia GabryschHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Links, Rückraum Rechts
5gerHelena Hettenkofer weibliche C-Jugend Saison 2023/24Helena HettenkoferHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Links
7gerAnna-Karina Maurer weibliche C-Jugend Saison 2023/24Anna-Karina MaurerHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Links
8gerEmelie Wärmann weibliche C-Jugend Saison 2023/24Emelie WärmannHF Scheyern – weibliche C-JugendKreisspieler
10gerMelissa Greth weibliche C-Jugend Saison 2023/24Melissa GrethHF Scheyern – weibliche C-JugendTorhüter
11gerAlena Kraus weibliche C-Jugend Saison 2023/24Alena KrausHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Rechts
14gerSonja Rauch weibliche C-Jugend Saison 2023/24Sonja RauchHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Links, Rückraum Rechts
20gerSelina Schreyer weibliche C-Jugend Saison 2023/24Selina SchreyerHF Scheyern – weibliche C-JugendRückraum Mitte

Trainer: Emmeran Winter

Trainer: Felix Nappenbach

Trainer: Tanja Ruscitti

 

Emmeran Winter

HFS-Media-Team