DJK Ingolstadt – Damen 25:23

Am ersten Spieltag der neuen Saison trafen die Füchse auswärts auf die DJK Ingolstadt. Dabei stand die Partie ganz im Zeichen der Corona-Krise. Während beinahe alle Spiele im Landkreis bereits abgesagt wurden, sollte das Spiel zunächst sogar noch vor bis zu 80 Zuschauern ausgetragen werden. Doch aufgrund einer kurzfristigen Umplanung auf Seiten der Ingolstädter musste man auf eine andere Halle ausweichen, für die keine Zuschauer zugelassen waren.

Dennoch sollte es ein umkämpftes und spannendes Spiel werden. Kathleen Halfter absolvierte ihr erstes Pflichtspiel im Scheyerer Tor. Liese Landskron, die aufgrund einer starken Fußverletzung seit eineinhalb Jahren kein Pflichtspiel mehr für die Scheyerer bestritten hatte, stand wieder im Kader. Mit fünf Treffern lieferte sie auch gleich einen sehenswerten Einstand. Da Trainer Emmeran Winter aufgrund eines eigenen Spieles nicht an der Seitenlinie stehen konnte, übernahm Assistenztrainer Alexander Polz, der die Seniorenteams der Scheyerer bereits seit einiger Zeit unterstützt.

Vergangene Saison musste man gegen Ingolstadt eine sehr bittere Last-Second-Niederlage hinnehmen. Da die Revanche aufgrund der Corona-Krise damals ausblieb, wollte man sich in der neuen Saison dafür revanchieren.

Von Beginn an nahmen sich die Scheyerer vor, sehr defensiv zu agieren, um kompakter in den Einzelduellen gegen die sehr spielstarken Ingolstädter zu stehen und diese zu Würfen aus der Distanz zu zwingen. Man war teilweise aber zu langsam auf den Beinen und verschob zu zaghaft, wodurch die Gastgeberinnen immer wieder zu gefährlichen Aktionen kamen und am Drücker blieben. Im Angriff spielten die Scheyerer aber druckvoll, zogen ihr Spiel auf und kamen immer wieder zu guten Chancen. So hielt man auch über die erste Hälfte stets die Führung und konnte Ingolstadt auf Distanz halten.

Nach der Pause dann ein ähnliches Bild. In der Abwehr war man teilweise noch zu langsam, offensiv spielte man einen ansehnlichen Handball. Doch eine schwache Chancenverwertung schlich sich in das Scheyerer Spiel – Vor allem von der 7-Meter Linie. Von sieben Strafwürfen vergaben die Füchse an diesem Tag fünf. So konnte man sich nie weiter als drei Tore absetzen. Nach zehn gespielten Minuten in der zweiten Hälfte kam dann ein Bruch ins Scheyerer Spiel. Ingolstadt legte einen 7:0 Lauf hin und drehte das Spiel. Man war sichtlich verunsichert und Hektik schlich sich in das eigene Spiel. In den letzten zehn Minuten lag man beim zwischenzeitlichen 24:20 sogar mit vier Toren zurück. Dazu kam, dass man in dieser Phase wieder zwei wichtige 7-Meter vergab. Dennoch bäumten sich die Scheyerer noch einmal auf. Trotz eigener Unterzahl erzielte Theresa Reil über einen Doppelschlag noch einmal den 24:23 Anschlusstreffer. Kurz vor Schluss folgte die kurioseste Szene des Spieles: Ingolstadt wurde ein 7-Meter zugesprochen und es waren noch einige Sekunden auf der Uhr. Der Schiedsrichter ging zu der Spielerin, die den 7-Meter ausführte und empfahl ihr, erst auszuführen, wenn die Zeit heruntergelaufen sei. In der Folge stellte er sich dann vor diese Spielerin, sodass sie den Strafwurf nicht ausführen konnte, ließ die Zeit herunterlaufen, pfiff erst dann an und verhinderte somit einen möglichen Scheyerer Gegenstoß. Aus unserer Sicht eine unnötige und auch nicht unbedingt unparteiische Aktion des Schiedsrichters, der ansonsten aber keine schlechte Partie machte. Es war noch einmal ein Stimmungsdrücker, der die Niederlage noch schmerzhafter machte. Verloren hat man dieses Spiel aber sicherlich nicht aufgrund dieser Aktion. Da muss man sich schon an die eigene Nase fassen.

Schade. Wieder hat man lange geführt, wieder musste man eine knappe Niederlage in Ingolstadt einstecken. Mund abwischen, weiter geht es. Die Füchse bleiben fokussiert. Man konnte wieder zeigen, dass man ein unangenehmer Gegner ist und durchaus großes Potential hat, gut mitzuspielen in der Liga. Arbeitet man weiter so hart wie in der Vorbereitung und den letzten Trainings, dann werden die ersten Erfolge sicher nicht lange auf sich warten lassen.

 

Kader: Theresa Reil, Verena Richter, Marah Wagner, Annika Zach, Lieselotte Landskron, Kathleen Halfter, Verena Selmayer, Karolin Kollmar, Elena Schenkel, Kathrin Fink, Carina Heimbach, Nicole Schwinn

 

Betreuer: Alexander Polz

 

Emmeran Winter

Trainer Damen