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MTV Ingolstadt – weibliche C 16:31

In einem kuriosen und turbulenten Spiel erkämpften sich die Füchse bei ihrem ersten Auswärtsauftritt den zweiten Sieg. Im Vorfeld der Partie musste man auf Helena Hettenkofer verzichten. Zudem fiel die kurzfristig erkrankte Torhüterin Melissa Greth aus. Mit den Aushilfen aus der D-Jugend, Johanna Eichhorn und Elisabeth Maurer, fuhr man also ohne Torhüter zu den Schanzern. Dankenswerterweise bot sich Johanna als Torhüterin an, machte ein klasse Spiel und parierte unter anderem alle drei Siebenmeter des MTV. Mit den Ingolstädterinnen traf man auf das Tabellenschlusslicht, das die bisherigen Partien beide deutlich verlor. Dementsprechend wollte man seiner Favoritenrolle gerecht werden und von Beginn an Präsenz zeigen.

Körperlich war man auch sofort gut im Spiel und ging durch einen frühen Treffer von Selina Schreyer in Front. Ein ganz anderer Faktor machte den Füchsen allerdings daraufhin einen Strich durch die Rechnung und sollte dem Spiel der Schwarz-Gelben auch im weiteren Spielverlauf große Probleme bereiten. Denn eine relativ unberechenbare Schiedsrichterleistung machte es den Füchsen schwer, den nötigen Spielrhythmus zu finden. Defensiv musste man früh feststellen, dass jeglicher Körperkontakt immer eine Gefahr darstellte, verwarnt zu werden. Taktisch stand man eigentlich gut, machte die Mitte zu und bot höchstens auf Außen das ein oder andere Mal zu viel Platz. Allerdings kassierte man zahlreiche unglückliche Gegentore durch Würfe aus vierzehn Metern oder noch weiter vom Tor entfernt, die trotz der eigentlich schwachen Wurfpositionen dennoch zu oft im Scheyerer Gehäuse einschlugen. Im Angriffsspiel wusste man nie wirklich, was passiert. Ging man den ersten Schritt in die Körpertäuschung, so wurden Schritte abgepfiffen. Zog man zwischen die Gegenspieler in die Lücken, wurde dies mit Stürmerfoul geahndet. Kam man zum Durchbruch, aber der Gegner berührte die Spielerinnen leicht, gab es keine Sekunde später Freiwurf oder Stürmerfoul und die Situation wurde nie laufen gelassen. Spielte man über den Kreisläufer, wurde zumeist übertreten gepfiffen. Ging man in Folge des Fangens des Balles mit einem Schritt ins Prellen, wurde dies mit Schritten geahndet. Die einzig probaten Mittel, die sich also im Offensivspiel anboten, waren, Standhandball zu spielen, aus dem Stand ohne Täuschungen auf die Abwehr zu prellen, oder den Weg über die Außenanspiele zu gehen, denn die Außenspielerinnen durften als Ausnahme interessanterweise tatsächlich drei Schritte gehen. So kam man insbesondere über Linksaußen Sophia Gabrysch, die konsequent zum Tor zog und sich insgesamt mit zehn Treffern für ein starkes Spiel belohnte, zu den eigenen Torerfolgen. Ein richtiger Spielfluss kam dadurch aber, gegen die sehr tief, nahe einer 6:0 stehenden Gastgeberinnen, logischerweise nicht zustande und die Scheyerer durften das, was sie sich vorgenommen hatten schlichtweg einfach nicht umsetzen. So gab man die zwischenzeitlichen 8:4-Führung aus der Hand und ging mit einem knappen Vorsprung von 10:9 in die Pause. Die Füchse wussten, dass es ein anderes Auftreten benötigte, um in diesem Spiel nicht noch die drei Punkte zu verlieren, die man unbedingt mitnehmen wollte.

In der Abwehr stellte man folglich auf eine offensivere Deckung um, um die Gegenspielerinnen unter größeren Druck zu setzen und deren Passspiel, unter Weglassen des eigenen Körperkontaktes, nicht mehr zustande kommen zu lassen. Zudem nahm man sich vor, bei den Rückraumwürfen konsequent Blocks zu stellen, anstatt Aktionen zu unterbinden und damit zwei Minuten oder Siebenmeter zu riskieren. Offensiv wollte man weiter über die Außen kommen, von weiter weg werfen, um keine Gefahr zu laufen, dass Stürmerfouls gepfiffen werden und die freien Lücken noch konsequenter nutzen. Der Plan ging auf. Die Gegnerinnen kamen mit der offensiveren Abwehr der Füchse überhaupt nicht klar und hatten bei ihren Fernwürfen gegen die Blocks der Scheyerer größere Probleme, die Bälle auf das Tor zu bekommen. Immer wieder fing man in der Folge Pässe heraus und konnte endlich das gewohnt starke Tempospiel zur Geltung bringen. Über einen 12:1-Lauf zog man nach Wiederanpfiff entscheidend davon und sorgte damit für klare Verhältnisse. Auch im Aufbauspiel zeigten sich die Füchse cleverer und stellten sich durch mehr Einzelaktionen und schnelle Wege in klare Lücken besser auf die Gangart des Unparteiischen ein. Mit dem Ende der Partie wurde man in der Abwehr sukzessive nachlässiger, gab den Gegnerinnen mehr Platz und es wurde wieder zerfahrener. Insgesamt ließ man aber nichts mehr anbrennen, da den Ingolstädterinnen letztendlich auch die individuellen Qualitäten fehlten, noch einmal eine Aufholjagd zu starten. Kurz vor Schluss musste man dann noch eine aus Scheyerer Sicht unberechtigte Rote Karte nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe von Josefina Neubauer hinnehmen, die aber zum Spielverlauf passte. Nachdem Josefina zuvor zweimal aufgrund von sauber ausgeführten Abwehraktionen gegen die gegnerische Kreisläuferin hinausgestellt wurde, wehrte sie bei der dritten Zeitstrafe ohne größeren Körperkontakt ein Kreisanspiel mit der Hand vor dem Körper der Gegenspielerin ab, bevor diese den Ball überhaupt erreichen konnte.

Am Ende stand dann ein vollkommen verdienter 31:16-Erfolg auf der Anzeigetafel, der aus Scheyerer Sicht aber höher hätte ausfallen müssen. Letztlich war man einfach nur froh, dass das Spiel vorbei und die zwei Punkte gesichert waren. Ansehnlich war das Spiel aber leider weder für die Eltern noch für die Trainer und fortentwickeln konnte man sich bei den zahlreichen Einschränkungen natürlich auch nicht so richtig. Lobenswert bleibt auf alle Fälle, dass die Füchse mental voll da waren und nicht haderten, sondern die schwierige Situation annahmen und die Vorgaben umzusetzen wussten. So stand am Ende ein Arbeitssieg bei den Schanzern. In den kommenden Wochen gilt es, den Fokus wieder auf das eigentliche Scheyerer Spiel zu rücken und gewappnet in die schwierigeren Aufgaben zu gehen, die in den kommenden Wochen auf die Füchse zukommen werden. Am 22.10. trifft man auswärts um 13:15 Uhr auf den SSV Schrobenhausen.

Kader: Josefina Neubauer, Sophia Gabrysch, Anna-Karina Maurer, Emelie Wärmann, Selina Schreyer, Alena Kraus, Elisabeth Maurer, Johanna Eichhorn

Betreuer: Emmeran Winter

Emmeran Winter

HFS-Media-Team